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Exposition gegenüber 1800 MHz Radiofrequenzstrahlung verursacht oxidative Schädigungen an der mitochondrialen DNS in Nervenzellkulturen

Es findet sich immer mehr Gewissheit, dass oxidativer Stress eine Rolle spielen könnte bei den unerwünschten Wirkungen von Radiofrequenzstrahlung auf das Gehirn. Da Defekte an der DNS der Mitochondrien (mtDNA) sehr eng mit unterschiedlichen Systemerkrankungen des Nervensystems assoziiert sind und weil mtDNA besonders empfindlich gegenüber oxidativem Stress ist, lag das Ziel dieser Studi darin festzustellen, ob Radiofrequenzstrahlung Schäden an der mitochondrialen DNS verursachen kann. In dieser Studie wurden primär angezüchtete Nervenzellen der Hirnrinde gepulsten elektromagnetischen Feldern einer Frequenz von 1800 MHz, moduliert mit 217 Hz, und einer durchschnittlichen speziellen Absorptionsrate (SAR) von 2 W/kg ausgesetzt. Nach einer Bestrahlungsdauer von 24 Stunden war zu erkennen, dass die Radiofrequenzbestrahlung in den Mitocfhondrien der Nervenzellen einen bedeutsamen Anstieg des 8-Hydroxyguaninspiegels (8-OHdG) bewirkte, welches ein bekannter Biomarker für oxidative Schäden an der DNS ist. Gleichzeitig mit dieser Entdeckung fielen die Überschreibungsrate der mitochandrialen DNS sowie der Spiegel der überschriebenen mitochondrialen RNS (mtRNA) nach der Bestrahlung deutlich ab. Jede dieser Störungen an der mtDNA konnte durch Vorbehandlung mit Melatonin verhindert werden, welches bekannt ist als ein effektives Antioxidans des Gehirns. Zusammengefasst weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass 1800 MHz-Radiofrequenzstrahlung eien oxidative Schädigung an der mitochondrialen DNS in primär kultivierten Nervenzellen verursachen könnte. Oxidative Schädigung der Nervenzellen kann verantwortlich sein für die Schädlichkeit von Radiofrequenzstrahlung am Gehirn.

Kommentar der Bürgerinitiative Mobilfunk: Die Arbeitsgruppe um S. Xu von der Abteilung für öffentliche Gesundheit der Medizinischen Militäruniversität in Chongqing führte ein Experiment an Nervenzellkulturen durch, die einer gepulsten elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt wurden, welche in etwa dem Typ und der Stärke eines D2-Handys entspricht (1800MHz, SAR 2 W/kg). Es zeigten sich nach 24-stündiger Bestrahlung im genetischen Material der Mitochondrien deutliche oxidative Schädigungen, welche zu einer verminderten Nutzung der Gene in den Mitochondrien führten. Die beobachteten Schäden ließen sich durch das Hormon Melatonin unterbinden (Mitochondrien sind die „Energiefabriken" der Zellen und sind entscheidend für eine regelhafte Zellfunktion).
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass andere Studien deutliche Erniedrigungen der Melatoninspiegel des Menschen unter EMF-Bestrahlung gezeigt haben, so dass die Nervenzellen im lebenden Gehirn der EMF-Bestrahlung weitgehend schutzlos ausgeliefert sind. Diese Studie liefert eine gute Erklärung auf zellulärer Ebene für die in Beobachtungsstudien schon oft festgestellte Schädlichkeit von elektromagnetischer Strahlung für Nervenzellen. Gerade beim Telefonieren mit einem Handy ist die Belastung für die Nervenzellen durch die kurze Distanz zwischen Ohr und Gehirn sehr ausgeprägt.

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