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Elektromagnetische Überempfindlichkeit: Beweis für ein neues neurologisches Syndrom

Untersuchungsziel: Wir suchten einen direkten Beweis dafür, dass die akute Exposition mit elektromagnetischen Feldern mit im Alltag üblichen Feldstärken körperliche Reaktionen auslösen kann (elektromagnetische Überempfindlichkeit).

Methoden: Die Versuchsperson, eine Ärztin mit selbst-diagnostizierter Überempfindlichkeit gegenüber elektromagnetischer Strahlung, wurde während der kontrollierten Provokationen und Verhaltensuntersuchungen oberhalb ihres Kopfes mit einem im Mittel 300V/m messenden elektrischen Feld von 60Hz ausgesetzt (vergleichbar mit EMF in umwelttypischer Stärke).

Ergebnisse: In einer doppeltblinden Provokationsprozedur mit elektromagnetischer Strahlung, welche speziell darauf ausgerichtet war, unbeabsichtigte Sinnessignale zu vermeiden, entwickelte die untersuchte Person innerhalb von 100 Sekunden nach Beginn der Strahlungsexposition Schläfenkopfschmerzen, Muskelzuckungen und Herzrhythmusstörungen (P < 0,05). Die Symptome traten hauptsächlich bei Änderungen des Feldes auf (an-aus bzw. aus-an) und weniger bei anhaltender Exposition. Dies stellte sich bei Vergleichen der Stärke und der Frequenz von gepulsten Feldern mit ungepulsten Feldern bzw. mit Scheinbestrahlung (Sham-Exposition) heraus. Das Untersuchungsobjekt hatte keine bewusste Wahrnehmung des Feldes, was sich aus der Unfähigkeit ableiten lässt anzugeben, ob es sich um Scheinbestrahlung oder um tatsächliche Bestrahlung handelte.

Diskussion: Die untersuchte Person zeigte statistisch verlässliche körperliceh Reaktionen als Antwort auf eine unterschwellige Exposition mit elektromagnetischer Strahlung unter Bedingungen, die zuverlässig eine ursächliche Rolle psychologischer Prozesse auf die Untersuchungsergebnisse ausschlossen.

Schlußfolgerung: Überempfindlichkeit gegenüber elektromagnetischer Strahlung kann als echtes umweltbedingtes neurologisches Syndrom auftreten.

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