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Mobiltelefone und das Risiko für Gehirn- und Hörnerventumoren: die französische INTERPHONE-Fallkontrollstudie

HINTERGRUND: Die Nutzung von Mobiltelefonen hat dramatisch zugenommen seit 1992, als sie in Frankreich erstmals eingeführt wurden.Bestimmte elektromagnetische Felder (mit extrem niedriger Frequenz) wurden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als möglicherweise krebserregend erkannt.Da bei Mobiltelefonen hochfrequente Strahlung benutzt wird, hat die rasche Zunahme der Zahl der Mobiltelefone Bedenken über mögliche Gesundheitsrisiken entstehen lassen.Um die Beziehung zwischen Mobilfunknutzung und der Entwicklung von Tumoren am Kopf zu beurteilen, wurde eine multizentrische internationale Studie (INTERPHONE) in 13 Ländern durchgeführt, koordiniert von der Internationalen Agentur für Krebsforschung. Diese Veröffentlichung behandelt die Ergebnisse des französischen Teils der INTERPHONE-Studie. METHODEN: INTERPHONE ist eine Fallkontrollstudie, welche auf Tumore des Gehirns und des Zentralnervensystems abzielt: Gliome, Meningeome und Hirnnervenneurinome. Ausgewählt wurden Fälle von Frauen und Männern im Alter von 30 bis 59 Jahren, welche in Lyon oder Paris wohnen, mit zwischen 2001 und 2003 erstmals diagnostiziertem, primärem Tumor. Die Diagnosen wurden alle entweder histologisch bestätigt oder auf Grund von eindeutigen Röntgenbefunden gestellt. Kontrollen wurden abgeglichen auf Geschlecht, Alter (+/- 5 Jahre) und Wohnort. Sie wurden randomisiert aus Wahllisten ermittelt. Detaillierte Informationen wurden über alle Studienteilnehmer mittels eines computergestützten, persönlichen Interview erhoben. Die Odds-Ratio (OR) für eine Beziehung zwischen Mobiltelefonnutzung und dem Risiko für jede Art von Krebs wurde mittels einer konditionalen logistischen Regression bestimmt. ERGEBNISSE: Regelmäßige Mobiltelefonnutzung ist nicht mit einem erhöhten Neurinom- (OR 0,92; 95%-Konfidenzintervall = [0,53 - 1,59]) oder Gliomrisiko (OR 1,15; 95%-Konfidenzintervall = [0,65 - 2,05]) verbunden. Allerdings sind diese Ergebnisse statistisch nicht signifikant, es ließ sich ein allgemeiner Trend zu einem erhöhten Gliomrisiko unter den am meisten Telefonierenden beobachten: Langzeitnutzer, Vieltelefonierer, Menschen mit den meisten Mobiltelefonen. SCHLUSSFOLGERUNG: Unter den Mobiltelefonierern, die an der INTERPHONE-Studie teilnahmen, ließ sich kein erhöhtes Risiko für Gliome, Meningeome oder Neurinome beobachten. Die statistische Aussagekraft der Studie ist jedoch begrenzt. Unsere Ergebnisse, die die Möglichkeit eines erhöhten Risikos unter den stärksten Nutzern nehe legen, müssen deshalb in den internationalen INTERPHONE-Analysen bestätigt werden.

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