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Mobiltelefone und das Risiko für Gehirn- und Hörnerventumoren: die dänische INTERPHONE-Fallkontrollstudie

Die Dänische Studie wurde von Dr. Hardell (Orebro, Schweden) und Prof. Mild (Umea, Schweden) sowie Prof. Kundi (Wien, Österreich) wegen statistischer Mängel in Briefen an den Herausgeber der veröffentlichenden Zeitschrift kritisert, unter anderem werden Unzulänglichkeiten bei der Kontrollgruppe angeführt sowie eine fehlende "Verblindung"der Studie (d.h., die Untersucher wussten, wer Mobilfunknutzer war und wer nicht, sowohl bei den Erkrankten als auch bei den Kontrollen). Dadurch würden Unterschiede zwischen den Gruppen verfälscht und wohl unterschätzt. Nach Meinung Porf. Kundis ist die Feststellung, dass die Tumore bei Mobilfunknutzern eindeutig größer waren als bei der Kontrollgruppe (1,66 cm³ vs 1,39 cm³), sehr wohl von Bedeutung. Auch sei die Anzahl der Langzeitnutzer viel zu klein, als dass statistische Schlußfolgerungen aus dieser Gruppe abgeleitet werden könnten. Dies wird allerdings von den Autoren der Studie anders gesehen.

Übersetzung der Kurzfassung der Studie:

Trotz begrenzter Beweise wurde Mobiltelefone angeschuldigt, Krebs zu erregen, besonders im Gehirn. In dieser dänischen Studie untersuchten die Autoren die mögliche Verbindung zwischen zwischen der Mobiltelefonnutzung und der Entwicklung von Hörnerventumoren. Zwischen 2000 und 2002 ermittelten sie 106 solcher Fälle und verglichen diese Personen mit 212 nach Geschlecht und Alter zufällig ausgewählten, bevölkerungsbasierten Kontrollen. Die erhaltenen Daten beinhalteten Informationen über die Mobiltelefonnutzung aus persönlichen Interviews, medizinischen Aufzeichnungen und den Ergebnissen von Röntgenuntersuchungen. Die Autoren erhielten sozio-ökonomische Informationen von "Statistics Denmark". Das für alle Gruppen geschätzte relative Risiko für einen Hörnerventumor lag bei 0,90 (95% Konfidenzintervall 0,51 bis 1,57). Die Nutzung eines Mobiltelefons länger als zehn Jahre erhöhte das Risiko im Vergleich zu Kurzzeitnutzern nicht. Darüber hinaus traten Tumore nicht häufiger auf der Seite des Kopfes auf, auf der das Telefon üblicherweise benutzt wurde, und die Größe des Tumors korrelierte nicht mit der Art der Mobiltelefonnutzung. Die Ergebnisse dieser prospektiven, bevölkerungsbasierten, über das ganze Land ausgedehnten Studie, die eine große Zahl an Langzeitnutzern einschloß, unterstützt eine Assoziation zwischen Mobiltelefonnutzung und Hörnerventumoren nicht.

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