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Mobiltelefone und das Risiko für Gehirn- und Hörnerventumoren: die britische INTERPHONE-Fallkontrollstudie

In der Studie wird kein erhöhtes Risiko für Gliome gefunden im Zuammenhang mit der Mobiltelefonnutzung. Hier muss jedoch auch angeführt werden, dass einer der Autoren, Herr Anthony Swerdlow, ein Mitglied der ICNIRP ist, welche schließlich die aktuell in vielen Ländern gültigen und nach Meinung der Mobilfunkkritiker viel zu hohen Grenzwerte für elektromagentische Strahlung festgelegt hat. Herr Swerdlow ist sicherlich kein Kritiker der Mobilfunkindustrie, da er doch an einer von der Mobilfunkindustrie gesponserten Organisation, der ICNIRP, teil hat. Entsprechend sollte die Studie interpretiert werden.

Übersetzung der Kurzfassung der Studie:

Studienziel: Erforschung des Risikos für Gliome beim Erwachsenen in Abhängigkeit von der Mobiltelefonnutzung. Studiendesign: Bevölkerungsbasierte Fallkontrollstudie mittels Sammlung der Daten durch persönliche Interviews. Studienansatz: Fünf Gebiete in Großbritannien. 966 Teilnehmer im Alter von 18 bis 69 Jahre mit der zwischen dem 1. Dezemner 2000 und dem 29. Februar 2004 gestellten Diagnose eines Glioms sowie 1716 Kontrollpersonene, welche zufällig ausgewählt wurden aus den Listen von Allgemeinärzten. Hauptsächliche Ergebnisse waren die Bestimmung des relativen Risikos für Gliome in Bezug zur Mobiltelefonnutzung. Ergebnisse: Das Gesamtrisiko für regelmäßige Telefonnutzung lag bei 0,94 (95% Konfidenzintervall 0,78 bis 1,13). Es fand sich keine Beziehung zwischen Gliom-Risiko und der Zeit seit der erstmaligen Nutzung, der Nutzungsjahre und der kumulativen Anzahl von Anrufen und Nutzungsstunden. Eine bedeutsame Risikoerhöhung für die berichtete Telefonnutzung auf der gleichen Seite wie der Tumor (1,24, 1,02 bis 1,52) wurde begleitet von einer bedeutsamen Erniedrigung des Tumorrisikos für die gegenüberliegende Hirnseite (0,75, 0,61 bis 0,93). Schlußfolgerungen: Die Nutzung eines Mobiltelefons, weder über für kurze oder mittlere Zeiträume, ist nicht mit einer Gliomrisikoerhöhung verknüpft. Dies stimmt mit den meisten, jedoch nicht allen veröffentlichten Studien überein. Die komplementären positiven und negativen Risiken für gleich- und gegenseitige Nutzung des Telefons in Bezug zur Seite des Tumors könnte durch Abfragefehler verursacht sein.

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