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Interphone-Studie (Stellungnahme der IARC vom Okt. 2008)
Die multinationale INTERPHONE-Studie unter Koordination des internationalen Krebsforschungszentrums (IARC) der WHO untersuchte mehrere tausend Patienten mit Tumoren des Kopfes nach einem einheitlichen Studienprotokoll. Beteiligt waren neben allen skandinavischen Ländern auch Deutschland, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Kanada, Israel, Japan, Frankreich und Italien.
Bei einer Nutzungsdauer von mehr als 10 Jahren fand sich in den skandinavischen Ländern eine statistisch bedeutsame Häufung von Hirntumoren (Gliome) auf der Seite des Kopfes, auf der die betroffene Person gewöhnlich telefonierte. Die Analyse der Daten aus Skandinavien und Großbritannien hinsichtlich der Hörnerventumore ergab ebenfalls bei Handynutzung von mehr als 10 Jahren auf der Seite des Tumors ein statistisch bedeutsam erhöhtes Tumorrisiko.
Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Ohrspeicheldrüsentumore fanden sich in Israel, Schweden und Dänemark.
Die Studie sollte eigentlich schon vor zwei Jahren abgeschlossen sein, es haben sich jedoch wohl zwei Lager unter den Forschern gebildet, ein mobilfunkkritisches und ein mobilfunkfreundliches. Zwischen diesen Lagern ist eine heftige Diskussion entbrannt, in welcher die mobilfunkfreundliche Fraktion einer Veröffentlichung der Ergebnisse nicht zustimmen wollte, die Mobilfunkkritiker jedoch darauf beharrten, dass die Ergebnisse nicht als pure Zufallsergebnisse klassifiziert werden.
Schließlich einigte man sich auf die Herausgabe eines Zwischenberichts. Vor dem definitiven Abschluss der Studie werden die Ergebnisse einiger Zusatzuntersuchungen noch abgewartet.
Offensichtlich besteht seitens der Mobilfunklobby ein erheblicher Druck, dass diese statistisch signifikanten Ergebnisse über schädliche Langzeitwirkungen des Mobilfunks nicht in dieser From bekannt gegeben werden. Die verharmlosende Darstellung der Wirkungen elektromagnetischer Strahlung im Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm (DMF) klammerte bewusst Langzeiteffekte aus. Die jetzigen Daten widerlegen das gesamte DMF und zwingen zu adäquaten Vorsorgemaßnahmen.

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