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Langzeitnutzung von Mobiltelefonen und Gehirntumore: Erhöhtes Risiko bei über 10 Jahre dauernder Nutzung

Ziel: Auswertung des Hirntumorrisikos unter Langzeitnutzern von Mobiltelefonen. Methoden: Zwei Kohortenstudien und 16 Fallkontrollstudien zu dieser Fragestellung wurden identifiziert. Die Daten wurden hinterfragt bezüglich einer Mobiltelefonnutzung von länger als 10 Jahren und - sofern angegeben - auf Nutzung des Telefons auf der gleichen Seite. Ergebnisse: Die Kohortenstudie war von begrenzter Bedeutung wegen methodologischer Unzulänglichkeiten der Studie. Von den 16 Fallkontrollstudien lieferten 11 Ergebnisse über eine mehr als 10-jährige Nutzungs- oder Latenzperiode. Die meisten dieser Ergebnisse begründeten sich auf geringe Fallzahlen. In vier Studien wurde eine Verbindung zu Hörnerventumoren in der Gruppe mit wenigstens 10 Jahren Mobilfunknutzungsdauer gefunden. In einer anderen Studie wurde kein Risiko gefunden, aber die Tumorgröße war bedeutend größer unter den Nutzern. Sechs Studien lieferten Daten zu bösartigen Hirntumoern in dieser Langzeitgruppe. Alle ergaben erhöhte Odds-Ratios (OR), besonders für Exposition auf der gleichen Seite. In einer Meta-Analyse war die Odds-Ratio bei gleichseitiger Mobilfunknutzung für Hörnerventumore bei OR = 2,4 (95%-Konfidenzintervall 1,1 bis 5,3) und für Gliome OR = 2,0 (95% Konfidenzintervall 1,2 bis 3,4) nach einer Latenzperiode für den Tumor von mehr als zehn Jahren. Schlußfolgerung: Ergebnisse vorliegender Studien über die Mobilfunknutzung von über zehn Jahren Dauer geben ein schlüssiges Bild eines erhöhten Risikos für Hörnerventumore und Gliome. Das Risiko ist am höchsten bei Nutzung auf der gleichen Seite.

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