antenne

Tumorrisiko durch Mobil- und Schnurlostelefonnutzung

Übersetzung der Kurzfassung der Übersichtsarbeit:

Hintergrund: Die Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen hat innerhalb der letzten Jahre dramtisch zugenommen. Es besteht die Sorge, dass Gesundheitsprobleme wie bösartige Erkrankungen durch die ausgestrahlten Mikrowellen während der Nutzung dieser Geräte entstehen. Das Gehirn stellt das hauptsächliche Zielorgan dar. Methoden: Seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre haben wir sechs Fallkontrollstudien zu diesem Thema durchgeführt, welche die Nutzung sowohl von Mobil- als auch Schnurlostelefonen sowie auch noch anderer Strahlenquellen umfassten. Drei dieser Studien betrachteten Gehirntumore, eine Speicheldrüsentumore, eine Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und eine Hodenkrebs. Die Strahlenexposition wurde festgestellt durch selbstausgefüllte Fragebögen. Ergebnisse: Bezüglich Hörnerventumoren ergab sich für analgoe Mobiltelefone ein relatives Risiko (OR) von 2,9, 95% Konfidenzintervall (CI) = 2,0 - 4,3, für digitale Mobiltelefone eine OR von 1,5, 95% CI = 1,1 - 2,1, und für Schnurlostelefone eine OR = 1,5, 95% CI = 1,04 - 2,0. Die korrespondierenden Ergebnisse für Astrozytome der Grade III und IV lagen bei OR = 1,7, 95% CI = 1,3 - 2,3; OR = 1,5, 95% CI = 1,2 - 1,9 und OR = 1,5, 95% CI = 1,1 - 1,9. Das relative Risiko nahm mit der Dauer der Nutzungsperiode zu mit den höchsten Werten bei einem Abstand von mehr als 10 Jahren seit der ersten Nutzung dieser Geräte. Für Astrozytome der Grade I - II ergaben sich niedrigere Risiken, eine Beziehung zu Speicheldrüsentumoren, NHL oder Hodenkrebs fand sich nicht, obwohl eine Bezihung zu NHL des T-Zelltyps nicht ausgeschlossen werden kann. Schlußfolgerungen: Wir fanden für alle untersuchten Telefontypen ein erhöhtes Risiko für Gehirntumore, hauptsächlich Hörnerventumore und bösartige Gehirntumore. Das relative Risiko nahm mit der Nutzungsdauer, besonders für Astrozytome der Grade III und IV. Für Speicheldrüsentumore, NHL und Hodenkrebs fand sich keine schlüssiges Bild eines erhöhten Risikos.

zurück zur Übersicht