antenne

Strahlung von Handys manipuliert Stoffwechsel der Zellen

Rehovot (Israel) - Dr. Joseph Friedman aus der Gruppe um Prof. Seger vom Weizmann-Institut in Isreal gelang der Nachweis, dass die Zellen unseres Körpers in der Lage sind, auf von Handys ausgestrahlte Impulse zu antworten. Dazu wurden Zellkulturen bis zu 45 Minuten einer beim Handy vergleichbaren elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt. Es fanden sich von der Intensität und der Frequenz abhängige Änderungen der Aktivität dieser Zellen, vermittelt über den Regulationsmechanismus der sog. ERK-Kaskade. Seger und Friedman vermuten, dass dieser Effekt über die Bildung sehr aggressiver Stoffwechselprodukte, sog. „freier Radikale“, vermittelt wird, welche unter Strahlenbelastung vermehrt gebildet werden. Solche „Radikale“ können nicht nur normale Zellprozesse steuern, sondern spielen auch in der Krebsentstehung eine wichtige Rolle. Prof. Seger fordert, dass diese auf Zellebene nachgewiesenen Einflüsse nun auch an lebenden Organismen untersucht werden.
Prof. Seger ist Inhaber eines Lehrstuhles für Krebsforschung, Schwerpunkt zelluläre Signalübertragung. Quelle: Biochem J. 2007. Aug 1;405(3):559-68

Hier eine Übersetzung der Zuasmmenfassung des Artikels:

Mechanismus der Kurzzeit-ERK-Aktivierung durch elektromagnetische Felder von Mobilfrequenzen

Die Exposition gegen nicht-termische elektromagnetische Mikrowellenfelder, wie sie von Mobiltelefonen erzeugt werden, beeinträchtigt die Bildung vieler Eiweise. Dieser Effekt auf die Transkription und Eiweißstabilität kann durch die MAPK (mitogen-aktivierte Proteinkinase)-Kaskaden vermittelt werden, welche als zentrale Signalwege dienen und grundlegend alle zellulären Prozesse der zellulären Stimulation regeln. In der Tat führt Langzeitexposition von Zellen gegenüber Mobilfunkstrhlung zu einer Aktivierung von p38 ebenso wie der ERK (extrazelluläre signalregulierte Kinase) MAPKs. In dieser Studie haben wir den Soforteffekt auf die MAPK-Kaskaden untersucht und gefunden, dass ERKs, nicht jedoch streß-bezogene MAPKs, sehr schnell aktiviert werden als Antwort auf verschiedene Frequenzen und Strahlungsstärken. Durch die Verwendung von Signalblockierungen zeigten wir den Weg dieser Aktivierung auf. Wir fanden heraus, dass der erste Schritt in der Plasma-Membran durch die NADH-Oxidase vermittelt wird, die rasch ROS (reaktive Sauerstoffgruppen) produzierte. Diese ROS stimulieren dann direkt MMPs (Matrix-Metalloproteasen), welche dann Hb-EGF (Heparin-bindender epidermaler Wachstumsfaktor) frei setzen. Dieser Faktor aktiviert den EGF-Rezeptor, der dann wiederum die ERK-Kaskade aktiviert. Somit zeigt diese Studie zum ersten Mal einen detailierten molekularen Mechanismus auf, durch den elektromagnetische Strahlung von Mobiltelefonen die Aktivierung der ERK-Kaskade bewirkt und dadurch die Transkription und andere Zellprozesse auslöst.

zurück zur Übersicht