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Tumorsterblichkeit und Telefonbasisstationen in Belo Horizonte im brasilianischen Staat Minas Gerais

Eine Kurzfassung findet sich bei Diagnose Funk (inkl. Kommentar/Übersetzung ins Deutsche).

Die Verschmutzung durch Funkfrequenzen der durch Telekommunikation verursachten elektromagnetischen Felder (EMF) ist eines der größten ökologischen Probleme des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Zweck dieser Untersuchung war zu überprüfen, ob im der Kommune Belo Horizonte im Staat Minas Gerais, Brasilien, ein räumlicher Zusammenhang besteht zwischen Basisstation-Clustern und tumorbedingten Todesfällen in der Zeit von 1996 bis 2006 sowie die Messung des menschlichen EMF-Belastungsniveaus in Gebieten mit hoher Senderdichte. Ein beschreibende räumliche Analyse der Basisstationen und der identifizierten tumorbedingten Todesfälle in der Gemeinde wurde durch einen ökologisch-epidemiologischen Ansatz mittels Georeferenzierung vorgenommen.

Die Datenbasis in der Umfrage setzte sich aus drei Datenbanken zusammen:
1. Tumorbedingte Todesfälle, dokumentiert durch die örtlichen Gesundheitsbehörden
2. Basisstationen, dokumentiert in ANATEL ("Agencia Nacional de Telecomunicações", der nationalen Telekommunikationsbehörde) und
3. Volkszählungsdaten und demographische Stadtbevölkerungsdaten aus amtlichen Archiven des IBGE ("Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística", dem br
asilianischen Institut für Geographie und Statistik.

Die Ergebnisse zeigen, dass in der Universitätsstadt mit ca. 3 Mio. Einwohnern etwa 865 Basisstationen bis Dezember 2006 installiert wurden. Die meisten dieser Basisstationen (39,6%) lagen im "Centro-Sul", der Zentralregion Süd der Kommune. Zwischen 1996 und 2006 kam es zu 7191 tumorbedingten Todesfällen im Stadtgebiet, in einem Umkreis von 500m um die Basisstationen lag die Sterberate bei 34,76 pro 10.000 Einwohner. Außerhalb dieses Bereichs kam es zu einer Abnahme der Zahl der tumorbedingten Todesfälle. Die größte kumulierte Inzidenz betrug 5,83 pro 1000 Todesfälle in der Zentralregion Süd und die niedrigste Inzidenz betrug 2,05 pro 1000 in der Barreiro Region. Während der Umgebungsuntersuchung wurde das größte kumulierte elektrische Feld mit 12,4V/m und das kleinste mit 0,4 V/m gemessen. Die größte Leistungsflussdichte lag bei 407851 µW/m² und die kleinste bei 424 µW/m².

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