antenne

Veränderung klinisch bedeutsamer Neurotransmitter unter dem Einfluss modulierter hochfrequenter Felder - Eine Langzeiterhebung unter lebensnahen Bedingungen

Von Prof. Buchner und Dr. Eger wurde eine aktuelle, über eineinhalb Jahre laufende Langzeitstudie veröffentlicht, welche die Auswirkungen eines Mobilfunksendemastes auf die Ausschüttung von Überträgerstoffen des Nervensystems untersuchte. Bei den 60 Teilnehmern trat eine eine bedeutsame Aktivierung der Streßhormon-Systems (Adrenalin und ähnliche Überträgerstoffe) nach Installation einer örtlichen Mobilfunksendeanlage in Rimbach (Bayern) auf. In den ersten sechs Monaten nach dem Einschalten des GSM-Senders stiegen Adrenalin- und Noradrenalinspiegel an, die Werte der Vorläufersubstanz Dopamin sanken nach Beginn der EMF-Bestrahlung erheblich ab. Der Ausgangszustand wird auch nach eineinhalb Jahren nicht wieder hergestellt. Als Hinweis auf die nicht regulierbare chronische Schieflage des Stresshormonhaushalts sinken die Werte des Phenylethylamins (PEA), eines weiteren Vorläufers der Stresshormone, bis zum Ende des Untersuchungszeitraums deutlich ab. Die gefundenen Effekte unterliegen einem Dosis-Wirkungs-Zusammenhang und treten bereits weit unterhalb gültiger Grenzwerte für technische Hochfrequenzbelastung auf. Chronische Regulationsstörungen im Stresshormonsystem sind von erheblicher gesundheitlicher Relevanz und führen erfahrungsgemäß langfristig zu Gesundheitsschäden. Die gefundenen Ergebnisse spiegeln einen chronischen Streßzustand wider, auch wurden bei Patienten mit Depressionen und bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) deutlich erniedrigte PEA-Spiegel gefunden. Auch klagten die untersuchten Personen nach Sendereinschaltung vermehrt über Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Allergien. Wichtig erscheint auch, dass die Veränderungen bei den Personen stärker ausgeprägt waren, bei denen zusätzliche EMF-Belastungen bestnaden wie DECT-Schnurlostelefone oder WLAN.

(umwelt medizin gesellschaft 2011; 24(1): 44-57)

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