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ATHEM-Report:
Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in Wien setzte sich mit der Durchführung einer ganzen Reihe von objektiven Studien das Ziel zu ergründen, ob athermische Wirkungen elektromagnetischer Strahlung auf Zellen und biologische Systeme bestehen. Bisher wurden von offiziellen Stellen wie dem Bundesamt für Strahlenschutz und auch der WHO solcher Wirkungen für nicht erwiesen angesehen. Durch die Untersuchungen sollte somit auch ein
Beitrag zur wissenschaftlich fundierten Konsenslösung zum Schutz vor schädlicher HFEMF- Immission.Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Wien sowie der Seibersdorf Labor GmbH durchgeführt. Die Projektkoordination hatte die Medizinische Univ. Wien, KIM-I, Abt. Inst. für Krebsforschung inne.

Insbesondere folgende - oft kontroversiell diskutierte - Problembereiche wurden bearbeitet:

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Die Untersuchung zeigt, dass feine Reaktionen des zentralen Nervensystems auf die Einwirkung von schwachen Mikrowellen, wie sie beim Mobilfunk auftreten, möglich sind. Rückschlüsse auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder kognitive Störungen sind durch die vorliegenden Ergebnisse allein nicht möglich. Die Ergebnisse stellen zweifellos a-thermische biologische Auswirkungen dar, denn der Temperaturanstieg ist proportional der spezifischen Absorptionsrate (SAR) und bei den hier angewandten Intensitäten so gering, dass er durch die Temperaturregulation ausgeglichen wird. Auch weil die Ergebnisse überwiegend unabhängig von der bestrahlten Kopfseite auftraten (Effekte sowohl auf der bestrahlten wie auf der nicht bestrahlten Seite) kann ein rein über Erwärmung vermittelter Wirkmechanismus ausgeschlossen werden.
  2. Bei Untersuchungen an Zellen des Immunsystems wurde keine Beeinflussung der Produktion der Zytokine Interleukin-2 und Interferon gamma in menschlichen Lymphozyten oder Interleukin-1 und Tumornecrosisfaktor alpha in Monozyten festgestellt. Auch die Aktivität von acht immunrelevanten Genen blieb unter Bestrahlung unverändert. Als Parameter einer unspezifischen Immunabwehr wurde die Auflösung von Tumorzellen durch Killerzellen bestimmt: Die Anzahl der getöteten Tumorzellen war in exponierten und scheinexponierten Proben gleich.
  3. Die beobachteten Effekte der Mobilfunkexposition (GSM & UMTS) zeigen eine signifikant erhöhte Aktivierung der Proteinynthese (Eiweißbildung) der bestrahlten Zellen nach 8 Stunden.
  4. Sowohl die neurophysiologischen Ergebnisse als auch die DNA-Brüche und die Proteinsynthese-Veränderungen traten bei niedrigen Feldstärken auf, wo die Wärmewirkung (thermischer Effekt) keine Rolle spielt. Wir verstehen unter a-thermischen Wirkungen solche, die ohne, oder bei bei gleicher (geringer) Temperaturerhöhung durch Wärmemezufuhr von außen (ohne HF-EMF Einfluß) nicht zustande gekommen wären. Interessant festzuhalten ist, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis die Effekte auftreten. Für die erwähnten EEGVeränderungen ist die anfängliche effektfreie Zeit im Minutenbereich bereits 1978 von Bise erwähnt und taucht seither immer wieder in mehreren Publikationen auf. Nun findet sich dieser Sachverhalt in den aktuellen Daten von Prof. Kundi wieder. Auch die Tatsache, dass beispielsweise die EEG-Veränderungen nach der Bestrahlung, also dem Stop des Wärmetransfers, mit der vorangegangenen Bestrahlung einhergehen, spricht gegen eine Wärmeübertragung als Wirkmechanismus und für einen a-thermischen Effekt.

Alles in Allem beweist die Serie an Versuchen die lange von den Mobilfunkbetreibern und der ICNIRP bestrittene Existenz a-thermischer EMF-Wirkungen und somit als ein Meilenstein in der Mobilfunkforschung anzusehen.

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